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Dieses Thema hat 21 Antworten
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 Bauprojekte
minisail-webmaster Offline



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23.02.2014 21:49
Projekt: Fregatte nach Chapman 1768 antworten

Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 17.12.2013, 11:07


Hallo zusammen,

Leider kann ich nicht an dem von Thorsten ausgerichteten Wintertuning teilnehmen, aber mit diesem Forum habe ich ja auch die Möglichkeit einmal vorzustellen, was da bei mir im Keller gerade entsteht..
Das Schiffchen war im Original ca. 77,5 (schwedische) Fuß lang, das sind ca. 23 m. Das Modell wird im Maßstab 1:20 gebaut, damit liegt es größenmäßig in dem Bereich, wie meine Lustyacht und mein Kutter "Le Cerf".
Hier nochmal der Link zum Plan bei Webseite SJOHISTORISKA:
http://www.sjohistoriska.se/ImageVaultFi.../cf_1786/43.JPG
die Datei ist sehr groß, deshalb unten eine stark verkleinerte Version des Originales

Zunächst wurden ein paar Zeichnungen angefertigt:

Vorschiff-Ansicht-von-vorne.jpg

Vorschiff-Ansicht-von-achtern.jpg

Heckspiegel-Fregatte2.jpg

bis denne
Willi

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23.02.2014 22:05
#2 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 17.12.2013, 11:09

Ich spare mir mal die Bilder, die das Spantgerüst und den Bau zeigen und stelle mal direkt den letzten, fotographisch festgehaltenen Stand dar:

101_2710.JPG

101_2683.JPG

101_2697.JPG

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Willi

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23.02.2014 22:07
#3 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 17.12.2013, 11:11


Inzwischen wurde der Rumpf innen und außen mit G4 8x gestrichen, begonnen wurde mit 2 Anstrichen mit einer 200%igen Verdünnung (ein Teil G4, zwei Teile Verdünnung). Die Verdünnung wurde zusehends weniger, der letzte Anstrich erfolgte unverdünnt. Jetzt sollen innen noch Glasmatten mit Epoxydharz einlamiert werden. Außen wurde nochmals angeschliffen, da nun die Schnitzereien angebracht und geklebt werden sollen. Das hätte man sicher auch vor dem Konservieren tun können, aber dann hätten sie bei den Zwischenschliffen gestört.
Am Ende soll alles nochmals mit einem Polyurethanlack behandelt werden, dann aber mit einem Treppenlack in seidenmatt als Endanstrich.
Um an die Innereien gelangen zu können ist eine Wartungsluke vorgesehen, deren Ränder durch Kalfaternähte, Ränder der "echten" Luken oder durch das Bratspill getarnt werden.

101_2698.JPG

101_2696.JPG

So weit erst einmal meine Vorstellung, sie zeigt den halbwegs aktuellen Stand. Wenn Ihr mögt, halte ich Euch auf dem Laufenden.

bis denne
Willi

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23.02.2014 22:10
#4 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von borekd » 18.12.2013, 06:43


Willi hat geschrieben: Inzwischen wurde der Rumpf innen und außen mit G4 8x gestrichen, ....
Jetzt sollen innen noch Glasmatten mit Epoxydharz einlamiert werden. ...
Am Ende soll alles nochmals mit einem Polyurethanlack behandelt werden, dann aber mit einem Treppenlack in seidenmatt als Endanstrich.


Hallo Willi,

schön, dass von Dir wieder ein Lebenszeichen kommt.
G4 und PUR-Lacke sind genauso wie Epoxy die erste Wahl, wenn es um einen dauerhaften Holzschutz geht. Nur leider vertragen sich diese Systeme nicht untereinander. Daher emfehle ich Dir, den Rumpf innen vor dem Laminieren gründlich anzuschleifen mit einer richtig groben Körnung. So hat dann GFK eine Chance dauerhaft zu halten.
Ich habe vor Jahren denselben Fehler gemacht, nur andersherum: Den von innen mit GFK beschichteten Rumpf habe ich zusätzlich nach dem Aushärten und Entfetten mit G4 ausgepinselt. Nach 3 bis 4 Jahren blieb davon nichts mehr übrig, die G4-Schicht hat sich komplett als ein dünner Film abgepellt.

Viele Grüße
Borek

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23.02.2014 22:11
#5 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 18.12.2013, 08:58


Hallo Borek
Vielen Dank für den Tipp. Das Schleifen des Rumpfinneren könnte problematisch werden, die Rumpfform und die bereits eingebauten Decksbalken sind doch sehr hinderlich, jedenfalls für eine gründlichen Anschliff, wie er vermutlich Dir vorschwebt.
Das lässt mich darüber nachdenken, die Gewebematte nicht mit Epoxydharz, sondern auch mit G4 (unverdünnt) einzulamieren. Angeschliffen werden müsste dann zwar auch, das könnte dann aber etwas moderater ausfallen und wäre mit ein paar Verrenkungen und einem Fächerschleifer für die Biegewelle evtl. gerade noch möglich. Was meinst Du?
Edit: Gerade in dem Datenblatt von Voss-Chemie nachgelesen:
"Haft- und Sperrgrund für Beschichtungen aus Glasfaser-Polyester, Glasfaser-Epoxid und ein- und zweikomponentigen Polyurethanen (ESTOVOSS, UNIFLEX, FLEXOVOSS) auf Holz-, Beton-, Estrich- und Stahlflächen."
Demnach könnte es so herum vielleicht doch klappen. Müsste man mal auf einem Abfallstück testen.
Das Blatt gibt es übrigens hier:
http://www.vosschemie.de/uploads/tx_voss/G4_Grundierung.pdf

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Willi

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23.02.2014 22:13
#6 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von Webmaster » 19.12.2013, 13:00


Hallo Minisailors,

Das G4 verwende ich gerne bei allen möglichen Anwendungen.
So habe ich auch mal ein Deckskalfaterung damit erstellt, allerdings mit unangenehmer Überraschung.

Vorgehensweise:
- Decksleisten mit Abstand aufkleben
- schwarzes Garn einfügen
- mit G4 auffüllen, trocknen lassen
- Abschleifen

Überraschung: Beim Schleifen (mit Maschine) ist das G4 weich geworden und hat den Schleifstaub gleich mit eingebettet!
Danach waren die Decksfugen kaum noch zu erkennen.
Lösung: alles mit einer Klinge abziehen und mit verdünntem G4 wieder einlassen.
Beim 3. mal (s.o.) kann man den eingebetteten Schleifstaub kaum noch erkennen.
Erfolg: Das Deck meines Arbeitsschiffes (Fruchtschoner) war schon mal gealtert.

b54g.jpg

Ist doch auch was! Oder?
Peter
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23.02.2014 22:14
#7 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von borekd » 20.12.2013, 13:35


Hallo Willi,

demnach (Datenblatt) musste ich damals etwas Anderes falsch gemacht haben, oder - wie Du sagst - spielt die Reihenfolge eine Rolle. Gut das Du mir nicht blind vertraut hast, bitte um Entschuldigung.
Zum Laminieren mit G4 kann ich mangels Erfahrung nichts sagen. Bin aber eher skeptisch, denn das Aushärten von G4 erfolgt lt. Datenblatt durch das Ausdunsten des Lösemittels und gleichzeitig durch die Reaktion mit der Feuchtigkeit aus der Umgebung und dem Untergrund. In einem Glasgewebe kann (denke ich) nicht gerade viel Feuchtigkeit sein. Am besten wäre wohl, diese Frage direkt dem Hersteller zu stellen.

@Peter:
Ähnliche Erfahrungen habe ich auch schon gemacht. Dieses Phänomen tritt desto weniger ausgeprägt auf, je stärker das G4 verdünnt wurde. Eigentlich logisch.

Viele Grüße
Borek

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23.02.2014 22:16
#8 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 20.12.2013, 18:50


borekd hat geschrieben:demnach (Datenblatt) musste ich damals etwas Anderes falsch gemacht haben, oder - wie Du sagst - spielt die Reihenfolge eine Rolle. Gut das Du mir nicht blind vertraut hast, bitte um Entschuldigung.

Mein lieber Borek
Das wird kaum nötig sein, ich bin Dir nämlich dankbar für Deine Anmerkungen, sie gemahnen zur Vorsicht und die ist bei Projekten, in denen soviel Zeit und Herzblut steckt ja mehr als nur angebracht.
Inzwischen habe ich ein Stück Sperrholz mit G4 mehrfach angestrichen. Das werde ich dann teilen, wahrscheinlich in drei Teile.
1. leicht angeschliffen und mit Glasgewebe und Epoxydharz laminiert,
2. wird genau so behandelt, nur anstelle Epoxydharz werde ich G4 ausprobieren
3. wie zu 1. oder 2., je nachdem welche Variante besser abschneidet, allerdings ohne Zwischenschliff.
Insgeheim hoffe ich natürlich auf die 3. Variante, die macht am wenigsten Arbeit.
Zuletzt geändert von willi am 22.12.2013, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Willi

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23.02.2014 22:17
#9 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 22.12.2013, 19:24


Hallo zusammen
Ich habe jetzt mit meiner kleinen Versuchsreihe angefangen. Ein Stückchen (ziemlich unansehnliches) Sperrholz wurde 4 mal mit G4 angestrichen. Nach dem vollständigen Aushärten der Anstriche wurde es in drei kleine Stücke zersägt (ca. 5 x 8 cm). Eines davon habe ich nun mit 120er Schleifpapier angeschliffen, einen weiteren Anstrich mit G4 aufgebracht und ein passendes Stück Glasgewebe (49g) mit dem G4-Pinsel daraufgetupft.
Inzwischen ist das G4 mit dem Glasgewebe grifffest, aber noch nicht komplett ausgehärtet. Das Ergebnis ist aber schon recht vielversprechend. Vorsichtiges Zupfen am Gewebe zeigt, dass dieses bereits jetzt nicht mehr ohne Schwierigkeiten von dem Brettchen abzuziehen ist.
Ich bin schon sehr gespannt auf das vollständige Aushärten und auf den Vergleich mit dem Epoxydharz.

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Willi

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23.02.2014 22:19
#10 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 29.12.2013, 17:18


Hallo zusammen

Endlich habe ich Zeit gefunden, den zweiten Teil meines kleinen Versuchs durchzuführen. Eine zweite, ebenfalls mit mehreren Lagen G4 behandelte Sperrholzfläche wurde angeschliffen und nun mit Epoxydharz gestrichen, in das Glasgewebe (49g) eingelassen wurde.
Jetzt sind beide Brettchen ausgehärtet und vergleichbar.

101_2724.JPG

Auf dem Bild ist links das Brettchen zu sehen, bei dem das Glasgewebe mit G4 eingelassen wurde, rechts das mit Epoxydharz. Dabei fällt vielleicht dem einen oder anderen aufmerksamen Betrachter auf, dass bei dem Brettchen rechts (Epoxyd) noch Gewebe über den Rand hinaus ragt. Bemerkenswert ist eigentlich die Tatsache, dass es das bei dem anderen (G4) eben nicht tut. Dort habe ich mehrfach versucht, das Gewebe von seiner Unterlage zu ziehen, um zu testen, wie fest die Verbindung ist. Nun die Verbindung ist so fest, wie man sie sich nur wünschen kann, aber bei jedem Versuch brach das überstehende Glasgewebe, an dem ich anfasste ab, bis es kein überstehendes Gewebe mehr gab. Das passierte bei Epoxydharz nie und das Gewebe ist jetzt nach dem Aushärten nicht mehr von seiner Unterlage zu lösen.

Mein vorläufiges Fazit sind daher so aus:
Laminieren von Glasgewebe auf G4 und mit G4 ist möglich und ergibt eine sehr feste Verbindung, allerdings ist das Laminat offensichtlich sehr brüchig.
Wird Glasgewebe mit Epoxydharz auf G4 laminiert, ergibt sich ebenfalls eine sehr feste Verbindung, aber ohne dass die Elastizität verloren geht. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass sagging und hocking bei meinem Modellrumpf einen ausgeprägten Effekt bewirkt, dennoch würde ich natürlich der Elastizität des Epoxydharzes den Vorzug geben, zumal sich keine Unverträglichkeitsreaktionen eingestellt haben.
Eigentlich sollte noch getestet werden, ob das Gfk auch dann auf G4 hält, wenn nicht angeschliffen wurde, aber ich glaube, darauf kann ich getrost verzichten. Das Rumpfinnere wird normalerweise (zumindest bei mir) nicht unbedingt mit der gleichen Sorgfalt geschliffen, wie das Äußere. Daher ist das Rumpfinnere auch nach der mehrfachen Behandlung mit G4 noch (vergleichsweise) rau. Das sollte ausreichen, dass sich das Gfk mit dem Untergrund verzahnen kann.

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Willi

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23.02.2014 22:20
#11 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von Webmaster » 29.12.2013, 21:03


Hallo Willi,
G4 kann man grundsätzlich als Tiefengrund mit Bindeeigenschaften dazu verwenden. G4 ist vor vielen Jahren als Grundierung (nicht nur) für ölhaltiges Teak oder Mahagoni entwickelt worden. Es läßt sich mit Kunstharzfarben haftfest weiterverarbeiten.
Der große Vorteil: Nur eine Komponente die man auch entsprechend verdünnen kann.
Epoxdharze haben aber dafür die bessere Binde- und Klebekraft. (5-Minuten-Epoxy-Kleber). Besteht aber dafür immer zwei Komponenten, die auch noch recht genau abgewogen werden sollten.
Epoxy kann man mit Petroleum (Azeton) verdünnen. Man erhält so glatte, vor allem feste Oberflächen, die man polieren kann z.B. für elegante Motorjachten.
Es ist aber auch eine Preisfrage, die dabei zu berücksichtigen ist.

Aus dem wilden Süden
Peter

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23.02.2014 22:22
#12 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Re: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768
von willi » 03.01.2014, 10:13


Hallo zusammen und allseits ein frohes Neues Jahr.

Die Konservierung ist fast abgeschlossen, es fehlt nur noch ein seidenmatter Endanstrich. Der kann aber erst erfolgen, wenn der Rumpf all seine Schnitzereien bekommen hat. Um die wirksam anzukleben muss ich den Klebegrund anschleifen. Das gleiche gilt auch für den Endanstrich und so bietet es sich an, damit zu warten.
Nicht zu warten brauchte ich deswegen mit einem ersten Planschbeckentest.
Mit 7,8kg Außenballast ging es auf das Teichbecken. Einen kleinen Schreck gab es schon, denn die Wasserlinie reichte bereits jetzt bis 1 cm unter das untere Bergholz. Bis das Modell bis zu diesem Bergholz eintauchte, konnte ich jedoch noch 3.9 kg zuladen. Das ist die Gewichtsvorgabe für alles, was noch an- und eingebaut werden muss, incl. Fernsteuerung, Akkus, Masten und Spieren- das sollte doch wohl reichen.

101_2726.JPG

101_2725.JPG

Ach so, das Rumpfinnere blieb absolut trocken!!! Das ist ja schon mal eine Menge wert.
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Willi

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19.03.2014 12:01
#13 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Hallo miteinander
Zeit für ein kleines Update:
Der Schnitzkram ist jetzt fast abgeschlossen, es fehlen noch ein paar Kleinteile auf den Galionsspanten und ein paar Profilleisten. Eigentlich stünde jetzt der Ausbau des Rumpfinneren an, um ihn für die Aufnahme der Fernsteuerung vorzubereiten. Dazu muss ich aber bis Dortmund warten, da mir hierzu noch einiges an Material fehlt.
Bis dahin feile ich noch an dem Konzept. Für die Steuerung der Brassen des Fockmastes z.B., dachte ich daran, die Umlaufschot über Deck, vor dem Großmast an diesem hochzuführen z.B. durch die Betingspfosten. Problem wäre aber dann, wie steuere ich die Schoten und Halsen des Focksegels, bzw. wie führe ich die an die Umlaufschot?
Na ja, das hat noch ein bisschen Zeit, hetzt mich ja niemand.
Zwischendurch wurden die Decks vorbereitet.


Übrigens, für die Umlaufschoten würde ich gerne folgende Segelwinde verwenden:
http://www.hype-rc.de/deu/shop/cat/elekt...egelwinden.html
Hört sich nach einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis an. Zur Zeit sind sie aber anscheinend nirgendwo zu bekommen. Weiß jemand etwas darüber?

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Willi

willi Offline



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24.03.2014 14:51
#14 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Hallo zusammen
Vorerst noch ein Provisorium: die Bemastung. Aus Teilen von Angelruten bestehend, sind sie so leicht, wie sie nur sein können.

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Willi

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20.04.2014 00:47
#15 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Schaut man sich einmal ein Video von der Surprise genauer an, kann man sehen, dass Schoten und Halsen der Untersegel weggelassen und das Unterliek durch Draht o.ä. versteift worden ist. Das wären mir dann doch ein zu großer Kompromiss. Bei mir müssen Schoten und Halsen zu sehen, also auch zu steuern sein. Warum denn einfach, wenn's auch umständlich geht?

Bevor das Deck geschlossen und die Innenplanken des Schanzkleides angebracht werden können, muss also erst einmal die Technik rein, an die man sonst nicht mehr heran käme.
Angefangen habe ich mit meinem Hauptproblem, den Großsegelhalsen. Die sind deswegen ein Problem, weil sie seitlich in einem Bereich durch das Schanzkleid geführt werden, der, wenn dann mal geknüppelt wird oder eine Bö entsprechende Krängung verursacht, gerne die Wasseroberfläche unterschneidet. Würde ich von dort aus die Hals direkt unter Deck und zur Segelwinde führen, würde das Schiffchen durch die Führungsröhrchen jedes Mal ein Schlückchen Wasser nehmen. Das läppert sich, wie ich aus Erfahrung mit meinem Kutter sagen kann. Um das zu vermeiden, wird die Hals nur durch das Röhrchen in den Bereich der Mittellängesachse und durch den Vorsteven in das Galion wieder nach außenbords geführt.

Von dort aus geht es über den Block im Galion wieder zurück in den Rumpf. Dieser ist also nur an diesen Stellen im Galion offen und wenn da Wasser hinkommt, ist sowieso alles zu spät. Zu sehen ist davon später nichts mehr, der Block im Galion verschwindet hinter der Bugspritzurring und der Eintritt der Halsen in das Schanzkleid wird auch noch getarnt.

Boreks/Jürgen Merschs Windengerüst wurde modifiziert. Das Gestänge, dessen einzige Aufgabe es war, den Block zu tragen, der die Umlaufschot zurückführt, wurde entfernt, Winde und Vorspannvorrichtung zu einer kompakten Einheit zusammen gerückt.
Die Schoten des Großsegels werden durch Röhrchen nur von einer Seite auf die andere geführt und von den Halsen mit durchgezogen.
Beim Focksegel wird das selbe Prinzip angewendet, hier habe ich es aber fernsteuertechnisch etwas leichter, weil die Focksegelhalsen ja durch Blöcke an den Butluvs geführt werden und von denen aus kann ich die Halsen überall hin führen, so dass es etwas leichter wird, hier eine akzeptable Lösung für den Durchbruch zu finden.

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23.06.2014 01:13
#16 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Zeit für ein kleines Update:
Die Decks sind beplankt, Ruderanlage, Halbdeckschott mit Niedergang, Bratspill fertiggestellt.


Inzwischen habe ich auch mit der Bemastung angefangen. Die Untermasten sind soweit fertig. Sie bestehen hauptsächlich aus Teilen von Angelruten, um Gewicht einzusparen. Lediglich die Toppen mit ihren Marsen sind aus Holz, in diesem Fall aus Nadelholz.
Toppen und Mast sind getrennt, der Mastfuß ist eine M4-Gewindestange, deren Gegenstück, eine M4-Gewindebuchse in einem Klötzchen auf dem Kielschwein sitzt. So kann der Mast unabhängig von seinem Topp in die Buchse geschraubt werden, gleichzeitig kann so die Spannung der Wanten reguliert werden.


Und so sieht das Ganze am Modell aus:

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28.06.2014 11:42
#17 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Es geht los mit der Takelung, speziell mit den Mast- oder Seitentakeln. Die dazu nötigen Blöcke wurden hergestellt, die Stropps und Spanns vorbereitet. Besonderes Augenmerk galt dabei dem Kleeden der verwendeten Taue.



Das Kleeden wurde manuell durchgeführt. Das zu kleedende Tau wurde zwischen Daumen und Zeigefinger gerollt, mit der anderen Hand wurde das Garn (Häkelgarn)geführt und auf Spannung gehalten. Das geht so schnell und mit zufriedenstellendem Ergebnis, dass ich meine ursprüngliche Überlegung, dafür ein Maschinchen zu bauen wieder verworfen habe.

Etwas knifflig ist das Kleeden der Grumets. Das sind keine echten Grumets, sondern ein Stückchen Tau, das so gekleedet wurde, dass an beiden Enden (oder besser Tampen, ein Ende ist ja das ganze Taustück, der Tampen das Ende vom Ende) ca. 15mm offen blieben. Die offenen Tampen wurden dann aufgedröselt, ein Kardeel an jedem Tampen herausgeschnitten, die beiden Tampen übereinandergelegt und ein wenig miteinander verdreht und dann wurde die offene Stelle des entstandenen Ringes gekleedet. Das geht natürlich nur Bucht für Bucht von Hand und ist ein guter Ersatz für autogenes Training. Belohnt wird man aber durch einen recht sauber aussehenden Blockstropp.

Zusammengebaut und am Schiff angebracht sieht das dann so aus:



Hier sind jetzt noch beide Masttakel als Talje ausgeführt. Wahrscheinlich werde ich aber noch die hintere Talje ändern. Der Violinblock wird dann in ein Tau eingespleißt, welches über einen Einfachblock am Hanger (die Stelle an der der Violinblock jetzt noch hängt)und von dort aus zu einem Augbolzen in den Rüstbrettern geführt wird. Dieses Arangement nennt sich dann Manteltakel.

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08.10.2014 16:32
#18 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Hallo zusammen
Die Takelung schreitet langsam voran, seht selbst:


Auch am Rumpf gibt es noch etwas zu tun, insbesondere die Ausstattung des Decks ist noch unvollständig. Das habe ich lange vor mir her geschoben, da der Plan von Chapman keine Rückschlüsse darauf zuließ, wie der Bereich aussah, in dem ansonsten das Backdeck zu finden ist. Ein solches Deck dürfte hier nicht installiert gewesen sein, dazu hätte die verfügbare Höhe nicht ausgereicht. Bei meinen Recherchen bin ich dann auf dieses Modell gestoßen:


(Quelle: Sammlung der Königlichen Museen Greenwich)

Das Modell stellt ein sehr kleines Schiff dar, vermutl. als Brigg oder Schnau getakelt. Größe und Fockmastposition stimmen aber weitgehend mit denen meines Schiffchens überein, so dass ich mir die Decksausstattung dieses Modells für meines zum Vorbild genommen habe.
Als kleinen Gimmick habe ich im Vorschiffbereich ein, ebenfalls auf dem Modell zu sehendes sog. Pissdale eingebaut. Das ist zwar nur für englische Schiffe in dieser Form nachgewiesen, wurde aber von mir übernommen, denn schließlich war Chapman ja halb Engländer.



Die Rahen sind vorbereitet und müssen noch mit Blöcken ausgestattet werden.



So viel für heute.

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Willi

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05.04.2015 19:24
#19 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Mea culpa, ich habe ein wenig geschlunzt. In dem halben Jahr ist eine Menge passiert und ein Update ist lange überfällig.
Mars- und Bramstengen wurden hergestellt und die Segel sind fertig. Aber was soll ich groß schreiben, ich lasse Bilder sprechen:




Die Segel:











Blöcke einbinden:







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29.04.2015 20:39
#20 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Hallo zusammen

Inzwischen sind die Arbeiten an der Fernsteuertechnik konzeptionell abgeschlossen, theoretisch ist das Modell nun segelfähig. Viele Probeläufe und fast ebenso viele Fehlschläge haben nach und nach viele Schwachstellen zu Tage gefördert, die nun hoffentlich ausgeschaltet sind. Das letzte Dutzend Versuche lief jedenfalls störungsfrei.
Das Konzept stellt sich nun wie folgt dar:
-Groß- und Kreuzmastrahen werden von einer Winde bedient
-Fockrahen, Klüver und Außenklüver von der zweiten
-ein dritter Kanal steuert das Ruder
-ein vierter einen kleinen E-Motor in einer Gondel, die unter der Ruderverlängerung, also unter Wasser hängt.
Die Winden sind als Endlos- oder Umlaufschot angelegt, die im Rumpfinneren untergebracht lediglich ihren Ausgangspunkt haben, Vor dem Fockmast aber nach außen, d.h. an Deck geführt werden, so dass die meisten anzusteuernden Taue von außen zugänglich sind.



Das erste Bild zeigt die Segel getrimmt für die Fahrt auf Backbordbug mit hart angebrassten Rahen. Es ergibt sich ein Brasswinkel von ca. 45°, mehr geht nicht.
Bild 2 zeigt das Vorgeschirr. Hier wurde ein bisschen in die Trickkiste gegriffen. Bei genauem Hinsehen kann man vielleicht erkennen, dass über die Stage, über die die Vorsegelschoten laufen müssen ein schwarzer Strohhalm gestülpt wurde. Dadurch kann das Schothorn ohne sich zu verhaken und nahezu widerstandsfrei über den Stag gezogen werden.
Bild 3 zeigt, woher der Begriff "Kreuzmast" kommen mag, die Brassen der Kreuzrah (manchmal auch Bagienrah genannt) laufen über Kreuz. Das ist nicht nur authentisch, sondern kommt auch der Steuerung entgegen, da ich so deren Brassen und die der Großrah zusammen auf ein Steuerseil führen kann.



Hier sieht man die Großsegelhals und die Focksegelschot, wie sie in den Rumpf geführt werden. Bei der Focksegelschot ist es nur die laufende Part, die nicht wirklich in den Rumpf, sondern durch ihn hindurch auf die andere Bordseite geführt wird. Bedient wird sie durch die jeweils gegenüber liegende Focksegelhals.
Die auf dem Bild zu sehende Großsegelhals wird hier zunächst durch den Rumpf hindurch durch ein Röhrchen in das Galion geführt, läuft hier über einen Block und dann erst wieder zurück in den Rumpf und auf die Winde.



Das dient der Sicherheit, da, je weiter eine Rumpföffnung sich der Mittellängsebene nähert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie unter die Wasserlinie gerät. Außerdem ist das Ganze durch die Bugspretzurring gut getarnt.
Die Focksegelhals wird über einen Block am Judasohr in ein Röhrchen und ins Rumpfinnere geleitet.






Auf dem letzten Bild sieht man die Beting vor dem Fockmast. Durch die Scheibgats in ihren Pfosten werden die Schoten der Vorsegel auf die Umlaufschot geführt, die hier am Fockmastfuß aus dem Rumpf austritt. Sie läuft am Großstag entlang, wird an dessen Auge umgelenkt und über einen federnd gelagerten Block am Großmastfuß wieder zurück geführt. Daran hängen dann auch die Brassen der Fockrah und der Vormarsrah.

Die Brahmrahen werden nicht direkt angesteuert, sondern über die Marsrahen mitgenommen. Die Brahmrahbrassen werden lediglich durch einen Block von einer Seite auf die andere geführt.

In den nächsten Wochen und Monaten wird die Takelage um die Brahmrahen ergänzt, außerdem müssen noch sämtliche Gordings, Refftakel und Bulins angefertigt werden. Es gibt also schon noch einiges zu tun...

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Willi

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29.04.2015 20:49
#21 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

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11.09.2015 12:15
#22 RE: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach Chapman 1768 antworten

Hallo zusammen

Wie Ihr vielleicht schon hiergelesen und anhand der Fotos gesehen habt, ist meine Lucia nun weitgehend fertig, wobei fertig ein sehr unbestimmter Begriff ist, Kleinigkeiten gibt es immer noch zu tun. Ich feile immer noch an der Zuverlässigkeit der Mimik und immer wieder entdecke ich noch ein paar Kleinigkeiten, um die das Schiffchen ergänzt werden könnte. Derzeit sind das die Netze an der Reling der Marsplattformen. Schon längere Zeit treibt mich die Frage um, wie man diese Netze im Modellmaßstab herstellen könnte. Hier das Ergebnis meiner Überlegungen:

Angefangen hat alles mit einem Rahmen aus Nägelchen, über die ich einen Faden laufen ließ, so dass sich ein Gittermuster ergab. Das wurde dann mit wässrig eingestelltem Holzleim eingestrichen in der Hoffnung, dass sich daraus dann ein einigermaßen dauerhaftes Netz ergibt.



Schnell zeigten sich jedoch die ersten Auflösungserscheinungen, so geht das nicht.
Anstelle der Verklebung habe ich es dann mit Verknüpfungen versucht. Das war seeeehr mühsam, da an jedem Knoten die gesamte Fadenlänge durchgeholt werden musste. Ich kenne Modellbauer, die so sehr gute Ergebnisse erzielt haben, also kann die Methode nicht so schlecht sein. Nach gefühlt 200 Knoten stellte ich dann aber fest, dass ein Nägelchen unbelegt geblieben war- verzählt, Mist. So riss dann zwar nicht mein Netzfaden, aber mein Geduldsfaden. So geht das auch nicht.

Im Internet suchte ich dann nach Hilfe. Ich fand dieses Video, in dem recht anschaulich gezeigt wird, wie ein Fischernetz hergestellt wird. Sieht ganz leicht aus, ist aber für Modelle ungeeignet, da sich die Netznadel nur bis zu einer gewissen Grenze sinnvoll und gebrauchbar verkleinern lässt. Für die für das Modell nötige Maschenweite hätte ich diese Grenze unterschreiten müssen. Auch so geht das nicht.

Ich stieß dann bei meiner weiteren Suche noch auf ein anderes Video. Erste Versuche mit ihr waren dann endlich einigermaßen vielversprechend.



Mit ein bisschen Übung wurde es dann besser



und so sieht jetzt das Ergebnis aus, mit dem ich ganz zufrieden bin. So geht das.

bis denne
Willi

zur Zeit in Bau: Fregatte (Lustfahrzeug für Segel) nach F.H.Chapman, 1768

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