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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 118 mal aufgerufen
 Segeltechnik, Rigg
minisail-webmaster Offline



Beiträge: 975

11.06.2014 19:49
Zauberbüchse antworten

Zauberbüchse
264/268/271/274/275 -
Abgeschickt von [Modellskipper] am 15 Januar, 03 um 00:11:47

Hallo Minisailors,
Ich habe mit Interesse den Artikel über die Zauberbüchse gelesen und möchte diese nachbauen.
Leider bleiben einige Fragen offen und ich hoffe, jemand von euch hat praktische Erfahrung mit diesem Gerät.
Deshalb einige Fragen die mich beschäftigen:
Warum eigentlich die kleine Trommel? Was bezweckt diese?
Was passiert, wenn die Schot abgewickelt wird und der Wind läßt schlagartig nach? Gibt es dann ein Wuhling an der großen Seiltrommel?
Wurde bei der Konstruktion berücksichtigt, daß der jeweilige Trommeldurchmesser durch das Aufwickeln der Schot zunimmt?
Es soll der Durchmesser der kleinen Trommel berechnet werden. Hierzu steht im Artikel, daß die Schotlänge im Modell ermittelt werden soll. Reicht dabei eine Länge oder müssen beide Schotwege berechnet werden, der Weg von der kleinen und der Weg von der großen Trommel?
Noch ein etwas andere Frage. Für den Nachbau eines englischen Segelkutters, möchte ich gern geschlagene Seile als Schoten verwendet.
Welche Erfahrung habt ihr damit? Gibt es Probleme mit Verdrillen oder Aufdrehen der Schot, z.B. an den Blöcken?

Besten Dank für eure Bemühungen.
Andreas
Der Modellskipper

minisail-webmaster Offline



Beiträge: 975

11.06.2014 19:50
#2 RE: Zauberbüchse antworten

264/268/271/274/275 - Re: Zauberbüchse
Abgeschickt von [Peter Schuster] am 18 Januar, 03 um 03:03:22

Hallo Andreas,
Die Zauberbüchse verlängert passiv den Schotweg durch die unterschiedlichen Seilrollendurchmesser.
Beim Dichtholen wird der Schieber mit der angesteuerten Segelwinde gezogen. Dabei wird der Umlenkblock mitgenommen (siehe Bild 3). Die Leine wird dabei von der kleinen Rolle abgewickelt, die Großschot auf die große Rolle aufgewickelt, das Großsegel damit dichtgeholt.
Beim Fieren (mit genügend Winddruck) wird die Großschot von der großen Rolle abgewickelt, die Leine der kleinen Rolle aufgewickelt. Dabei wird der Weg der Umlenkrolle durch den Schieber begrenzt (eingestellt mit der Segelwinde).
So wird erreicht, daß immer nur Zugleistung von beide Schoten auf die Zauberbüchse wirkt. Ein unbeabsichtigtes Abwickeln, Verdrillen oder ähnliches wird dadurch vermieden.
Meines Wissens bislang bis die einzige zuverlässig funktionierende Methode,
entwickelt von Klaus Prystaz.
Entscheidenden Einfluß hat dabei die selbst geschlagene Großschot. Sie muß wirklich leicht über die mehrfach geschorenen Rollenblöcke laufen (es werden insgesamt knapp 6 m Großschot bewegt bei seiner "Blue Nose"). Sonst kann man bei flauen Wind allenfalls dichtholen.

Peter Schuster

minisail-webmaster Offline



Beiträge: 975

11.06.2014 19:50
#3 RE: Zauberbüchse antworten

264/268/271/274/275 - Re: Zauberbüchse
Abgeschickt von [Klaus Prystaz] am 20 Januar, 03 um 18:16:38

Hallo Andreas, hallo Peter
nachdem ich nun verspätet die Anfrage zu der Zauberbüchse gelesen habe, kann ich mich nur noch bei Peter für seine Funktionserklärung bedanken und nochmal bestätigen, daß die Zauberbüchse nicht nur bei mir seit Jahren ohne Probleme funktioniert. Zugegebenermaßen ist die Bau- und Betriebsanleitung nicht ganz einfach, aber mit der Skizze von Peter ist das relativ einfache Grundprinzip gut zu erkennen.
Allerdings funktioniert es nur in der Kombination von extrem leicht laufenden Blöcken, einer exakt gebauten Zauberbüchse und einer indirekten Verbindung (über Gleiter, Mitnehmer auf einer Führung) zur Umlaufschot der Segelwinde im Schiff.

Viel Erfolg beim Nachbau wünscht
Klaus

minisail-webmaster Offline



Beiträge: 975

11.06.2014 19:51
#4 RE: Zauberbüchse antworten

264/268/271/274/275 - Re: Zauberbüchse
Abgeschickt von [Modellskipper] am 21 Januar, 03 um 18:58:33

Hallo Peter, hallo Klaus,
besten Dank für die Ausführungen und für die Mühe, der Skizzenerstellung.
Jetzt sind alle Problem geklärt. Sofern ich mich entschließe die Zauberbüchse einzusetzen, sollte die Herstellung für mich kein Problem sein, da ich eine Drehbank habe.
Ich habe mir schon gedacht, zum Teufel, was will der mit der kleinen Rolle. Ich war schon am Konstruieren eines aufsetzbaren Getriebes auf der Segelwinde um auf meine Umdrehungen zu kommen und denk, warum denn nun die kleinere Rolle. Ich habe den Artikel auch noch einmal in der Zeitschrift nachgelesen, aber denkste, nix rauszuholen ;-)
Ich bin ja nun schon einige Jährchen im Geschäft und denke, man so blöd kannst du doch nicht sein und habe mal wieder den Baum vor lauter Wald nicht gesehen, oder umgedreht. Zu zwei Mann haben wir gesessen, ja, ja.
Ich kann euch nur empfehlen, die Skizze mit an den Artikel zu hängen, weil hier alles ersichtlich ist und zu dem der Hinweis auf die Zwangsumlaufschot. Schreibt in den Artikel, daß die Seilrolle separat von der Winde läuft und die große Schot nur dann abgerollt wird, wenn der Wind auf das Segel drückt, es erübrigt sich dadurch die Frage, ob es ein Wuhling gibt.
Das Einzige was mir vielleicht Sorgen bereitet, ist die durch dieses Prinzip bedingte langsame Reaktionszeit, bei z.B. böigen Winden.
Na gut ich werde mal testen.
Also noch einmal besten Dank.

Gruß
Andreas

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